Stille vs. Rückzug?

Persönlicher Erfahrungsbericht   •   März, 2017

Kennst du das Gefühl, wenn dir die Welt zu laut wird? Du sehnst dich nach Stille, nimmst dir vor dir diese zu gönnen und dir endlich die Zeit dazu zu nehmen und plötzlich wird die Welt um dich lauter, einengender und schneller. Mir erging es fast den gesamten März so.

Alles wurde mir zu laut:

  • meine Gedanken
  • Menschen in meiner Umgebung
  • sämtliche Alltagsgeräusche – auch die angenehme Musik, die normalerweise im Hintergrund läuft
  • ja sogar Facebook war mir zu „laut“

Ich wurde noch feinfühliger und habe mich zurückgezogen. Das lauteste waren jedoch meine Gedanken! Den Rückzug habe ich angenommen, meine lauten Gedanken gestoppt – gelingt bei mir super, wenn ich ausschneide und mich in schöne Bilder, Zitate und Schriften fallen lasse – und habe einfach geschehen lassen. Und dies hier war das Resultat:

Rückblickend, sehe ich auf dem Bild eine Frau auf Rückzug!
Ich sollte wirklich besser darauf achten worauf ich meinen Fokus richte, denn dieses Bild begleitete mich tagtäglich.

Das hat mich heute zum Nachdenken gebracht. Rückzug – Stille. Stille – Rückzug. Boom. Ich habe die Stille im außen gesucht und da draußen war es verdammt laut, also hab ich mich zurückgezogen.

Stille bedeutet für mich:

-> Kostbare Momente

-> sie gibt mir Kraft

-> sie ist im HIER und JETZT und die Vergangenheit oder die Zukunft haben keine Bedeutung!

Rückzug bedeutet für mich:

-> weg von den Problemen, Sorgen und der lauten Welt (alle Gedanken, die den Fokus auf „weg von“ haben, kreisen nur um das was du zu vermeiden versuchst)

-> im Rückzug verharren wir meist in der Vergangenheit und grübeln oder sorgen uns um die Zukunft

-> auf Dauer kostet das viel Kraft

Um die Stille in mir zu finden, lausche ich meinem Atem und lasse Gedanken wie Wolken vorüberziehen. Wir alle wissen, dass es nicht so einfach ist Gedanken die uns hinderlich sind und uns förmlich verfolgen oder nicht einschlafen lassen, loszulassen.  Eine liebe Freundin hat mir vor kurzem etwas gesagt, das mir sehr geholfen hat und diesen wertvollen Tipp gebe ich euch gerne weiter: beobachte deine Gedanken und wenn sie nicht konstruktiv sind und dir Energie rauben, dann unterbrich sie mit dem Gedanken: „Ich darf auch Stille denken.“ (Statt Stille kannst du auch Frieden, Gelassenheit, Sorglosigkeit, Glück denken …. was auch immer du brauchst!)

Lausche beim Spaziergang im Wald der Stille, nimm deinen Atem wahr und den Schlag deines Herzens. Still sein bedeutet, für einen Moment nichts erledigen wollen, sich keine Gedanken machen zu müssen, keine Lösungen finden zu wollen, sich nicht ablenken zu lassen und keinem Impuls zu folgen – sei einfach nur DU. In deiner Stille tankst du wieder Kraft, Energie und du findest wieder zu dir selbst! Stille erleben bedeutet auch still werden.

Vor kurzem habe ich folgendes gelesen und das finde ich richtig toll:

Mindestens 30 Minuten jeden Tag solltest du in der Natur sitzen.

AUSSER,

wenn du keine Zeit dazu hast, dann solltest du 60 Minuten in der Natur sitzen.

Der Rückzug kann natürlich hin und wieder sehr gut sein, du solltest darin jedoch nicht verharren, denn dann raubt er dir deine Kraft.

„So wie der Himmel immer wieder Wolken hervorbringt: hell und dunkel, aufgeplustert oder sanft, dramatisch oder leise. Für mich bedeutet es nur: einen Schritt nach dem anderen zu machen. Denn wenn ich gehe, gehe ich einfach …“ (Bernie Glassmann)

Ziehe dich kurz zurück, wenn ein starkes Gewitter in dein Leben hereinstürmt und dann achte auf den ersten kleinen Sonnenstrahl – und dann gehe! Geh raus aus dem Rückzug, rein ins Leben und schätze die Dinge in deinem Leben, die du schon hast und hol dir dann deine Kraft wenn du sie brauchst aus der Stille in dir! ?

Alles Liebe!

Nicole